Stickerei - Textildruck und -verarbeitung
Stickerei bezeichnet eine der ältesten Formen einer Textilverarbeitung. Sie ist dadurch definiert, dass auf Stoffen Muster oder Verzierungen durch bestimmte Stiche angebracht werden. Dabei besticht die Liebe zum Detail. Die Kunst der Stickerei wurde schon im alten Ägypten, in Indien und China praktiziert.
Die Griechen und später die Römer pflegten die Tradition des Stickens weiter, im Mittelalter waren es vor allem Nonnen, welche liturgische Gewänder herstellten. Die Ansprüche an Qualität und Genauigkeit waren groß, und das Sticken mit der Hand stellte deshalb in jenen Epochen einen erheblichen Zeitaufwand dar.
Schon allein die vielfältigen Techniken verlangten den Näherinnen eine große Geduld und hohe Kunstfertigkeit ab.
Hier ein kurzer Überblick über die bekanntesten
Arten der Stickerei:
- Die Buntstickerei: Das beste Beispiel dafür ist die bekannte Goldstickerei, welche besonders bei der schon erwähnten Herstellung von liturgischen Gewändern angewandt wurde.
- Die Weißstickerei: Meistens wurden nur weiße Leibwäsche und Paradekissen bestickt.
- Die schon oben erwähnte Goldstickerei: Dabei wurden verschiedene Goldfäden auf ein Textil aufgenäht.Genauso wie die Arten variierten natürlich auch die Techniken.
Auch hier sollen die berühmtesten erwähnt werden:
- Kreuzstich: Die wohl bekannteste und am häufigsten angewandte Technik der Stickerei. Dabei werden kleine Kreuze auf den Stoff gestickt, welche später im Gesamten ein Motiv ergeben.
- Bargello: Die sogenannte Florentiner Stickerei. Ihre Merkmale bestehen vor allem durch Zickzackmuster oder Kurvenstickereien.
- Gobelin: Ein sogenanntes Bild auf z. B. Wandteppichen oder Kissen. Der elementare Stoff wird dabei durch die Stickereien vollständig überdeckt. Gobelins stellen meist Bilder aus der Romantik, Stilleben oder Liebespaare da.
- Nadelmalerei: Die Stickereien, welche mit dieser Technik ausgeführt werden, ähneln gemalten Bildern, da verschiedene Farbtöne und Farbübergänge geschaffen werden. Dadurch wird der Gesamteindruck naturalistischer.
- Ajour-Stickerei: Das berühmteste Beispiel für diese Arbeit ist die Dresdner Spitze. Durch ein Zusammenziehen der Fäden beim Sticken werden sogenannte Durchbrüche erzeugt.
- Richelieu-Stickerei: Sie ist nach dem berühmten Kardinal Richelieu benannt und weist als Hauptmerkmal eine Verstärkung sämtlicher Kantenlinien auf.
Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden überwiegend mit der Hand gestickt. Dies setzte den Einsatz diverser Materialien voraus wie zum Beispiel Garn, Strick-, Näh und Maschinennadeln sowie Lupen. Letztere brauchte man um die verschiedenen Details der Muster und Bilder exakt erarbeiten zu können.
Die Stickerei in unserer heutigen Zeit hat an Bedeutung verloren. Statt in mühevoller Handarbeit werden die Textilien heute durch Stickautomaten mit Computereinsatz hergestellt. Die Großen der Haute Couture jedoch bringen immer wieder gerne Stickerei-Kreationen in ihren Modeshows.